Reise nach Irland 2017

Im Norden
Von Galway nach Dublin
  Datum Tag Nr. KM Stand
Auto
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Etappe
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KM Ausflüge
Etappe
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Start So 10.06.2017 34 105753   3076   1879   1454
Ende Sa 17.06.2017 40 106223 470 3546 327 2206 143 1597
 
Galway
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11.06.2017 - Der Wind hat die ganze Nacht über am Wohnwagen gerüttelt, Elisabeth ist es fast schlecht geworden. Gegen 11 Uhr beruhigt sich der Wind, wir trauen uns in die Stadt und suchen die Info auf. Doch die ist natürlich am Sonntag zu. Im nächsten Hotel frage ich nach einem Stadtplan, den ich auch freundlicherweise erhalte. Mit etwas Mühe finden wir uns auf dem Plan zurecht, Strassenschilder scheint es nur selten zu geben, auf dem Plan sind nur die grossen Strassen angeschrieben. Der Weg in die Fussgängerzone ist leicht zu finden, das Zentrum ist nicht allzu gross. Im ersten Moment sind wir etwas enttäuscht, die meisten Geschäfte sind zu, kaum umherschlendernde Leute. Ganz umsonst wollen wir ja nicht hergekommen sein, wir betreten zwecks Mittagessen einen Pub. Leer! Wir sind die einzigen. Der Kellner beruhigt uns, sie hätten erst gerade aufgemacht und bald seien alle Tische besetzt. Dem ist so, noch bevor wir unser Essen bekommen ist fast kein Tisch mehr frei. Der Pub hat jede Menge kleine Nischen und Räume, verwinkelt, auf zwei Etagen. Wir finden es je länger je gemütlicher.
Wie wir das Lokal verlassen hat sich das Bild auf der Strasse total geändert, fast alle Läden sind offen, jede Menge Leute und auch einige Musikanten unterhalten die Pasanten. Wir schlendern noch bis zum Ende der Fussgängerzone und kehren dann zu unserem Auto zurück. Das Parkhaus finden wir auf Anhieb, unser Auto müssen wir suchen. Es ist nicht, wie wir meinen, auf Etage 2 sondern auf Etage 1!
Ach ja, hätte es fast vergessen. Gestern, beim stöbern in der Werkzeugbox ist mir mein Schrittzähler in die Hände gefallen. Den habe ich dann für die Fahrt nach Galway im Wohnwagen installiert. Auf den 85km hat er rund 5800 Schritte, d.h. Hopser gezählt!


Clonmacnoise
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12.06.2017 - Der Himmel ist traurig und verdrückt einige Tränen wie wir Galway verlassen und Richtung Westen abziehen. Unser Ziel - Clonmacnoise Monastic Settlement, die Überreste eines Klosters. Wir sind allerdings nicht die einzigen Besucher, die Einfahrt zum Parkplatz ist mit Autos und Cars verstopft. Ich muss einen Busschauffeur bitten, etwas zur Seite zu fahren damit ich wieder auf die Strasse zurück kehren kann. Glücklicherweise gibt es ganz in der Nähe ein Camping. Doch wie das Navi meldet "Sie sind am Ziel angekommen" sehen wir ein stattliches Haus, aber weit und breit kein keinen Zeltplatz. Da kommt eine ältere Dame zu uns und erklärt, dass sie den Platz vor einigen Jahren geschlossen haben, aber dass er trotzdem immer wieder in Campingführern auftaucht. So bleibt uns nichts anderes übrig, als auf den nächst gelegenen Platz nördlich von Athlone zu fahren. Dort stellen wir den Wohnwagen ab und kehren nach Clonmacnoise zurück. Das Getümmel hat sich verzogen, es hat jede Menge freie Parkplätze. Ein etwa 45 minütiges Video erzählt die Geschichte der ganzen Anlage. Wir sehen uns alles an, die uralten Steinkreuze, deren Inschriften nicht mehr lesbar sind, die Überreste der sieben Kirchen, den aktuellen Friedhof.


Rush
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13.06.2017 - In der Nacht war es erstaunlich ruhig, kein Trommeln des Regens auf dem Wowadach, kein Pfeifen des Windes um alle Ecken und Kanten. Am Morgen dann so etwas wie die Sonne, die durch die dünne Wolkendecke scheint. Und dann fast 150 km Fahrt auf einer topfebenen Autobahn, keine Rillen, keine Hopser. Tempomat auf 85 km/h eingestellt und ab durch Mitte, etwas, das wir schon lange nicht mehr gespührt haben. Auch das Hopsometer zeigt am Ende der Strecke gerade einmal 1000 Hopser an, die gab es ganz am Anfang und dann wieder am Ende der Strecke.
Der Platz in Rush liegt schön, etwas erhöht direkt am Meer. Allerdings sind die Plätze sehr schmal, das Aufstellen eines Vorzeltes ist nicht gestattet. Geht ja auch nicht bei einer Breit von knapp 6m. Unser Platz ist dafür 18m lang. Da niemand direkt neben uns steht, stört uns das nicht.
Gegen Abend wir es dann so mild, dass wir zum ersten Mal hier in Irland einen Abendspaziergang am Strand machen können, ohne uns wind- und wasserfest einzupacken.

Knowth und Newgrange
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14.06.2017 - Kulturtag! Newgrange und Knowth stehen auf dem Programm. Die Gräber liegen etwa 45km nördlich von hier. Auf der Hinfahrt schleichen wir uns dem Meer entlang in der Hoffnung auf schöne Aussichten. Doch nichts dergleichen. In Bru na Boine ist autotechnisch Endstation. Am Eingang werden wir sogleich von einer jungen Dame in Empfang genommen. Sie erklärt uns das Besuchsprocedere, eine Tour nach Knowth, eine weitere nach Newgrange. Alles in allem drei Stunden. Das ist uns zuviel, wir fragen, ob wir eine Tour am Vormittag und einen mit Pause dazwischen am Nachmittag machen können. Kein Problem, wir bekommen zwei Sticker mit 11:45 und 14:15 auf die Brust geklebt.Per Bus werden wir dann zuerst nach Knowth gefahren. Im Zentrum ein riesiger Erdhügel, der von 127 Randsteinen eingefasst wird. Jeder Stein hat eine ansehnliche Grösse und ist verziert, was die Verzierungen bedeuten weiss niemand. Mindesten 18 weiter Gräber sind um den grossen Grabhügel angelegt. Während rund einer 3/4 Stunde bekommen wir allerlei wissenswertes zu höhren. Leider darf man nur an einer Stelle in den Hügel hinein und bekommen einen langen Gang zu sehen.
Dann fährt uns der Bus zurück zum Zentrum, wir verdrücken einen kleinen Snack und machen uns fit für den Besuch von Newgrange. Der riesige Grabhügel ist an einer Seite durch eine hauptsächlich aus weissen Steinen bestehende Mauer gestützt. Hier liegt auch der recht verzierte Eingansstein. Wir dürfen auch in den Gang hinein, so etwa 30m. Über dem Eingang befindet sich eine Öffnung, durch die das Sonnelicht zur Wintersonnenwende hineinscheint. Es ist zwar noch lange nicht Winter, aber dank moderne Technik, zwei Lichtschalter und eine Lampe können wir das Schauspiel auch geniessen.
An beiden Stellen waren eigentlich nicht die Hügel das wichtige, sondern das, was uns die Führer erzählt haben. Kurz vor vier Uhr verlassen wir die Kultstätte und kehren etwas müde zum Camp zurück. Wir sind es uns nicht mehr gewöhnt, so lange einer Führung zuzuhöhren.

15.06.2017 - Irgendwie hat mir der Snack gestern Mittag gar nicht so gut getan, ich hatte kräftiges Magenbrennen. Doch heute fühle ich mich besser, wir können weiter. Ganz gemütlich packen wir zusammen. Es hat hier auf dem Camping wieder einmal eine Entsorgungsstation, die auch für unseren Wohnwagen passt. So brauche ich kein Grauwasser schleppen sonden kann es einfach ablassen.
Kurz nach 10 Uhr sind wir unterwegs und bereits eine Stunde später stehen wir auf dem CP Camac Valley etwas ausserhalb Dublins. Von hier aus fährt ein Bus direkt ins Zentrum, das werden wir morgen in Angriff nehmen.

16.06.2017 - Der Tagesablauf für heute wäre wie folgt: Wäsche in die Waschmaschine, Wäsche in den Trockner, nach Dublin gehen. Das mit der Waschmaschine klappt, der Trockner rumpelt vor sich hin, doch die Wäsche kommt genau so nass heraus wie sie hinein kam. Konsequenz - Wäschespinne aufstellen und portionenweise die Wäsche trocknen lassen. Elisabeth hat heute keine Lust auf Grossstadt und passt auf die Wäsche auf. So mache ich mich allein auf den Weg. Mit einer viertel Stunde Verspätung rollt der Bus an. Der sieht modern aus und auf den ersten Metern macht die Federung einen sehr guten Eindruck. Kaum biegt er in die Quartierstrassen ab, hätte das Hopsometer seine helle Freude, alle 50m ein künstlicher Holper quer über die Strasse. Der Busfahrer nimmt es sportlich, jeden Holper spürt man im Rücken. Definitiv nichts für Elisabeth. Nach einer 3/4 Stunde dann die Erlösung, Fleet Street ist erreicht.
Wie ich aussteige realisiere ich mit Schrecken, dass ich keinen Hut dabei habe, und das bei knalliger Sonne! Ich habe Glück, heute ist Bloomsday, ein allgemeiner Besäufnisstag in Erinnerung an etwas, das man nicht mehr so genau weiss. Auf alle Fälle verteilt eine Bar Strohüte von denen ich mir einen ergattere und jetzt auch wohl behütet bin.
Ich schlendere ein bisschen durch die Fussgängerzone, stärke mich mit einem Sandwich, beobachte die Leute. Im Trinity College ist grosse Diplomfeier, jede Menge Studenten mit ihren Umhängen und dem Doktorhut auf dem Kopf, herausgeputzte, strahlende Eltern. Auf einen Besuch der Old Library verzichte ich, die ist morgen zusammen mit Elisabeth an der Reihe.
Mich zieht es westwärts zur Guinness Brauerei. Hier heisst es erst einmal Schlange stehen und eine Eintrittskarte kaufen. Wie ich wieder einmal an einen Wendepunkt der Schlange komme, fragt mich ein Angestellter, ob ich mit Visa bezahlen will. Klar sage ich und er weisst mich zu einem der unbenützten Automaten, eine rechte Abkürzung! Und dann der Tatzelwurm! Eine endlose Schlange von Besuchern, die sich durch die Ausstellung schiebt, vorbei an Bars, Restaurants, Souvenirläden, Exponaten, Stockwerk um Stockwerk nach oben, bis dann der Besucher in der 7. Etage sozusagen als Belohnung ein frisch gezapftes Guinness bekommt. Ich will nur probieren und frage nach einem Schluck. Das wird abgelehnt mit den Worten: Hier verlassen nur volle Gläser die Theke, wenn sie es nicht austrinken wollen, lassen sie es stehen. Mach ich auch.
18 Euro Eintritt für eine Reklameshow und ein bitteres, eiskaltes Guinness,recht happig.
Allem Anschein nach ist mein Magen doch noch nicht so in Ordnung wie das heute morgen ausgesehen hat. Er meldet sich mit aller Kraft zurück, im Wohnwagen kann ich mich nur noch hinlegen.


17.06.2017 - Ich fühle mich recht matt, für heute heisst es daher ausruhen. Dabei ist heute der schönste Tag unserer Irlandreise - eitel Sonnenschein von früh bis spät, keine Wolke am Himmel, kaum Wind, Temperatur im Schatten so um die 25°. Wir sind es uns nicht mehr gewöhnt!
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Erstellt: 17.06.2017